Mittwoch, 4. März 2015

EVERYDAY REBELLION - DIE REVOLUTION IST JETZT



Gewaltloser Protest bewegt die ganze Welt. Menschen schliessen sich in New York, Kairo, Teheran, Damaskus, Madrid, London, Paris und Kiew zu Bewegungen zusammen und tragen in lustvoller und kreativer Art ihre Unzufriedenheit an die Öffentlichkeit. Was also haben Occupy, die spanischen Indignados und der arabische Frühling gemeinsam? Wo sind die Berührungspunkte zwischen den ukrainischen Oben-ohne-Aktivistinnen von Femen und den oppositionellen Protesten in Ägypten? Obwohl die Gründe für den Protest verschieden sind, ähneln sich die kreativen, gewaltfreien Taktiken und inspirieren sich gegenseitig auf überraschende Weise.

"Everyday Rebellion" begleitet Aktivisten des gewaltlosen Widerstands gegen Systeme und Machtstrukturen in ihrem Land und zeigt, dass friedlicher Protest und ziviler Ungehorsam ein zukunftsweisender Weg aus Krisen sind, der Spass machen kann. Der Dokumentarfilm ist eine Hommage an die Kreativität des gewaltfreien Widerstandes, an die Fantasie, unsere Welt neu zu denken und an den Mut und die Kraft, für diese Vision zu kämpfen. "'Everyday Rebellion' überzeugt inhaltlich, weil es den ungeahnten Erfindungsreichtum und die fundierten Theorien der Protestbewegungen vorstellt. Daneben ist der Film durch seine lyrische Bildsprache aber auch ein ästhetisches Vergnügen." (Wolfgang Popp, Ö1/Österreichischer Rundfunk)

Everyday Rebellion" ist auch ein preisgekröntes Crossmedia-Projekt, das mit der Web-Plattform www.everydayrebellion.net Aktivisten weltweit vernetzt. Ausgezeichnet unter anderem mit dem Cinema for Peace Award 2014 und dem Europäischen Civis Online Medienpreis.

Dienstag, 3. März 2015

KREBSVORSORGE - CHANCE ODER RISIKO?



Krebs - eine Diagnose, vor der sich jeder fürchtet. Millionen von Menschen lassen sich deshalb jedes Jahr den Darm spiegeln, die Haut untersuchen oder die Brüste röntgen. Doch die internationale Wissenschaft betrachtet die Vorsorgeuntersuchungen mit wachsender Skepsis.

Tests halten nicht immer, was sie versprechen
Krebsfrüherkennung ist wichtig und richtig, vor allem wenn es eine erbliche Vorbelastung in der Familie gibt. Doch einige Früherkennungstests halten nicht immer, was sie versprechen. Zum Beispiel werde der Nutzen beim Brustkrebs-Screening, einer Röntgenuntersuchung der Brust, häufig überschätzt. Laut dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz sterbe von 1000 Frauen die zur Mammografie gingen, etwa eine weniger an Brustkrebs als von 1000, Frauen ohne Mammografie. In der Öffentlichkeit würden sich aber Zahlen finden lassen, die von "dreißig Prozent" weniger Todesfällen sprechen würden.

2009 haben auch die US-Gesundheitsbehörden ihre Mammografie-Empfehlungen geändert. Frauen unter 50 Jahren sollten sich keiner regelmäßigen Brustkrebsvorsorge mehr unterziehen. Es gäbe zu viele Fehlalarme und zu wenige gerettete Frauen. In dieser Altersklasse überwiegen die Nachteile die Vorteile.

Solche Tatsachen haben eine öffentliche Diskussion ausgelöst, die vor allem eins bewirkt: die Verunsicherung der Patienten. Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, ob sie noch zur Vorsorge gehen sollen oder nicht.

Unnötige Diagnosen und Therapien?
In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begann der Siegeszug der Krebsvorsorge. "Krebsvorsorge kann Leben retten" - so das Motto vieler Vorsorgekampagnen. Sie suggerieren: Wer nicht mitmacht, spielt mit seinem Leben. Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, der hofft, sich schützen zu können. Doch vierzig Jahre später bezweifeln viele Experten den Nutzen der Reihenuntersuchung gesunder Menschen.

Einige Experten und Ärzte diagnostizieren sogar einen deutlichen Schaden - etwa durch unnötige Diagnosen und Therapien. "Insgesamt ist es so, dass diese Untersuchungen immer mehr Menschen schaden, als dass sie nutzen.", bilanziert Prof. Ingrid Mühlhauser von Institut für Gesundheitswissenschaften der Universität Hamburg. Sie hält den Nutzen von Darmspiegelungen für überbewertet und die Gefahren, die solch ein Eingriff mit sich bringt, für unterschätzt.

Risiko einer Überdiagnose?
Auch andere Experten sehen das Risiko einer Überdiagnose durch die Früherkennung, ohne diese medizinische Maßnahme jedoch grundsätzlich in Frage zu stellen. Für den Patienten werfen diese Erkenntnisse eine Reihe von Fragen auf. Welchen Sinn kann die Krebsvorsorge also haben?

Die Dokumentation von Kathrin Pitterling beleuchtet die aktuelle Debatte und hinterfragt Expertenmeinungen. Dabei werden Früherkennungsuntersuchungen für Prostatakrebs, Brust-, Darm-, und Gebärmutterhalskrebs vorgestellt.

Sonntag, 1. März 2015

WUNDER HEILUNG



Ausgehend von seinem eigenen Fall schildert Kurt Langbein in seinem Film "Wunder Heilung" den Prozess der medizinischen Heilung. Immer wieder steht die Medizin vor naturwissenschaftlich nicht erklärbaren Phänomenen. 

Die Doku untersucht die verschiedenen "Glaubensrichtungen" innerhalb der medizinischen Schulen, aber auch den Einfluss des religiösen Glaubens auf Heilungsprozesse.

Kurt Langbeins Dokumentation wurde 2013 mit einer Romy für die Beste TV-Dokumentation ausgezeichnet.

Mittwoch, 25. Februar 2015

MEIN WUNDERBARER ARBEITSPLATZ - WO MACHT ARBEIT GLÜCKLICH?



Der Mensch verbringt den Großteil seines Lebens bei der Arbeit. Und Glück ist bekanntlich das höchste Gut des Menschen. Da liegt es nahe, sich einmal Gedanken darüber zu machen, wie glücklich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz sind. Die Dokumentation stellt innovative Konzepte vor, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Arbeitswelt angenehmer zu gestalten.

Die Wirtschaftskrise hat inzwischen den Arbeitsmarkt weltweit erfasst. Doch einige Firmen widersetzen sich der negativen Stimmung. Mit innovativen Maßnahmen sorgen sie dafür, dass ihre Mitarbeiter wieder gerne zur Arbeit kommen. Und das zahlt sich aus. Das steigende Bildungsniveau und die digitale Revolution haben die Lebens- und Arbeitswelten so stark verändert, dass manche Ökonomen ein zweites Maschinenzeitalter ausgerufen haben. Viele Angestellte sind frustriert, fühlen sich wie kleine Rädchen in der schwerfälligen Maschinerie von Großkonzernen im Kontext globaler Konkurrenz oder auch wie Spielbälle im öffentlichen Dienst, dessen strenge Budgetpolitik ständig zu neuem Personalabbau führt.

Um Mitarbeitern die Freude an der Arbeit zurückzugeben, experimentieren manche Unternehmen nun mit innovativen Konzepten. Zu diesen Vorreitern gehören etwa das belgische Sozialministerium, der indische Großkonzern HCL und die französische Firma Chronoflex. Die Mitarbeiter genießen dort vollkommene Entscheidungsfreiheit bei der Organisation ihrer Arbeit.

Mein wunderbarer Arbeitsplatz – Traum oder Wirklichkeit? Die Dokumentation begleitet Arbeitnehmer aus mehreren Wirtschaftszweigen und zeigt innovative Lösungen auf, mit denen das Vertrauen der Angestellten, Freiheit und Kreativität wieder Einzug in die Arbeitswelt finden. Die Geschichten sind alle unterschiedlich, aber stets positiv und ermutigend.

Fast überall liegen die Schlüssel zum Erfolg in einer grundlegenden Neuorganisation des Unternehmens: Auflösung hierarchischer Pyramidenstrukturen, Gleichbehandlung aller Mitarbeiter, Abschaffung von Kontrollen und Chefposten, umfassender Informationsaustausch. Von der besseren Atmosphäre am Arbeitsplatz profitieren alle. Hoffentlich finden diese Ideen bald weiteren Anklang.

Freitag, 20. Februar 2015

SCHATTENKRIEG IN DER SAHARA



Frankreich startet 2013 eine der größten Militärinterventionen in Nordafrika seit Ende der Kolonialzeit und der Sahara droht ein unruhiges Jahrzehnt. Die Doku erforscht die wahren Hintergründe des Konflikts und legt dar, welche Interessen sich hinter der Destabilisierung einer ganzen Region verbergen. Wird die Sahara zum Schauplatz eines drohenden Krieges um Ressourcen?

Islamistische, der Al-Kaida nahestehende Rebellen bedrohen die Integrität Malis. Um ihren Vormarsch zu stoppen, startet Frankreich im Januar 2013 eine der größten Militärinterventionen in Nordafrika seit Ende der Kolonialzeit, die Operation „Serval“. Der Krieg in Mali ist für die Sahara nur der vorerst letzte Akt eines unruhigen Jahrzehnts. Von Libyen bis zur Zentralafrikanischen Republik haben sich Kriege und Chaos in der gesamten Region ausgebreitet. Die Sahara wurde zum Rückzugsgebiet für Terroristen, Waffen- und Drogenhändler. Hinzu kommen separatistische Tuareg-Rebellen, die weiterhin für die Gründung und Anerkennung eines unabhängigen Azawad kämpfen.

Ein Pulverfass. Nachdem Europa jahrelang China freie Hand auf dem afrikanischen Kontinent gelassen hatte, tritt nun eine weitere Macht in Erscheinung: die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Namen der Terrorismusbekämpfung beschlossen die USA, ihren Antiterrorkrieg mit all ihrer militärischen Macht in der Sahara fortzusetzen.

Aber verdeckt der Kampf gegen den Terror nicht eine ganz andere Schlacht? Eine Schlacht um die Kontrolle der enormen Ressourcen des Kontinents, die zwischen den großen Industriemächten und den Schwellenländern ausgetragen wird? Gegen deren Übermacht haben die lokalen Regime und Diktatoren keine Chance. „Schattenkrieg in der Sahara“ analysiert die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Parteien in diesem Konflikt um Erdöl, Erdgas, seltene Erden und unter dem Wüstensand verborgene Wasserreservoirs.

Die Spurensuche führt vom Einsatzgebiet der französischen Armee in die Salons der Londoner Bankiers, von den Flüchtlingslagern in Burkina Faso bis ins Pentagon. In der Sahara, von Libyen bis Mali, haben längst neue Kriege um wertvolle Ressourcen begonnen.

Donnerstag, 19. Februar 2015

ABSTIEG ODER FALL? DIE FRANZÖSISCHE MITTELSCHICHT - ZERSTÖRTE TRÄUME 1/3



Zehn Millionen Franzosen leben von monatlich 1.200 Euro in einem Einpersonenhaushalt beziehungsweise von monatlich 2.600 Euro in einer Familie mit zwei Kindern. Damit zählen sie zur unteren Mittelschicht, einem Stiefkind der Statistiken. Die untere Mittelschicht hat das Gefühl, niemanden zu interessieren und aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden zu sein. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich ihre Lage in Frankreich und in den anderen europäischen Ländern im Vergleich zu den übrigen demografischen Gruppen am stärksten verschlechtert.

Sieben Monate teilte Frédéric Brunnquell hautnah den Alltag von vier Familien der unteren Mittelschicht. Dabei erfuhr er von den Schwierigkeiten, die völlig unvermutet über diese Familien hereinbrachen. In seiner dreiteiligen Dokumentation versucht Brunnquell, die Krise von innen zu verstehen und deren einschneidende Folgen für die Gesellschaft zu ergründen.

In Lille muss der ehemalige Restaurantleiter Régis neuerdings als Kellner in einem Bierlokal arbeiten, sein Gehalt reicht für die Familie aber nicht aus. So kämpft sich seine Frau Jacqueline durch Formularstapel – denn ohne Bürokratie fließt keine Sozialhilfe. In Lyon verdient die Theaterregisseurin Gaëlle jetzt weniger als am Anfang ihrer Laufbahn, muss aber genauso viel arbeiten. Die alleinerziehende Mutter vermietet ein Zimmer ihrer Wohnung an Studenten. Dass das verboten ist, weiß sie, wie sie anders über die Runden kommen soll, nicht. In Nancy wurde das Gehalt des Harddiscounter-Managers Jean-Philippe plötzlich um 25 Prozent gekürzt. Auch Catherines Zeitungskiosk in Paris läuft immer schlechter, die Pressekrise fordert ihren Tribut. Sie fühlt sich von der Entwicklung überrollt und ihres Eigentums beraubt.

ABSTIEG ODER FALL? DIE FRANZÖSISCHE MITTELSCHICHT - KEINE ATEMPAUSE 2/3


ABSTIEG ODER FALL? DIE FRANZÖSISCHE MITTELSCHICHT - TROTZDEM LEBEN 3/3



Es ist Weihnachtszeit: Catherine hofft auf das große Geschäft, doch innerlich hat sie mit ihrem Zeitungskiosk schon abgeschlossen. In zwei bis drei Jahren, schätzt sie, ist sie bankrott – und frei. Régis kämpft derweil mit der Entscheidung, die Familie für ein Jobangebot zu verlassen, Jacqueline bewirbt sich, um mit einem zweiten Einkommen die Familienfinanzen zu retten.

Auch Jean-Philippe verfolgt ein Aufnahmeverfahren zum Beamten und investiert seine ganze Energie in dessen Gelingen.

Und Gaëlle? Die Theaterregisseurin ist frisch verliebt und schwanger. Alle anderen Sorgen stehen da an zweiter Stelle. „Trotzdem leben“ vermittelt den neuen Mut von vier Familien der unteren Mittelschicht, die trotz ihrer Lage nicht aufgegeben haben.

Donnerstag, 12. Februar 2015

KIRKUK - ALLEIN GEGEN DIE ISIS



Die Terrororganisation ISIS ist weiter auf dem Vormarsch. In der Stadt Kirkuk im Norden des Iraks müssen die Bewohner zusehen, wie zahlreiche Gebiete in der Umgebung in die Hände der Extremisten fallen. Es ist nun an Polizeichef Sarhad Qader, Kirkuk gegen die Angriffe zu verteidigen. Gemeinsam mit Schiiten, Sunniten, Turkmenen und Christen kämpft der Kurde gegen den Extremismus.

Die Terrororganisation ISIS bringt täglich mehr Territorium unter ihre Kontrolle. In der Stadt Kirkuk im Norden des Iraks müssen die Bewohner zusehen, wie zahlreiche Gebiete in der Umgebung in die Hände der Extremisten fallen. Kirkuk ist das Zentrum der Erdölindustrie im Irak. Etwa ein Fünftel der landesweiten Vorkommen liegen hier und machen die Stadt zu einem wichtigen Ziel der Terroristen. Die Regierungstruppen haben sich zurückgezogen.

Es ist nun an Polizeichef Sarhad Qader, Kirkuk gegen die Angriffe zu verteidigen. Die Strategie der ISIS-Kämpfer ist so einfach wie tödlich: Mit Konvois dringen sie in Kirkuk ein und platzieren ihre Selbstmordattentäter dort, wo sie den größten Schaden anrichten. "Sie hören nicht auf, bis du sie tötest“, sagt Qader. Schiiten, Sunniten, Turkmenen und Christen kämpfen mit ihrem kurdischen Polizeichef zusammen gegen den Extremismus – und um ihr Leben. Denn die Polizei macht sich in Kirkuk viele Feinde und die Missionen gehen längst nicht immer gut aus. Fast 250 Männer hat die Einheit seit 2003 verloren, Qader selbst ist einem Dutzend Attentaten entgangen.

Auch Entführungen und Erpressung sind an der Tagesordnung. Viele der ISIS-Anführer waren bereits im Gefängnis von Kirkuk inhaftiert, doch dann wurde Qader vom eigenen Justizsystem im Stich gelassen. Nun sind die Extremisten wieder auf freiem Fuß und der Polizeichef muss sich mit ihnen an den Verhandlungstisch setzen. Aber es sind nicht nur zwei Parteien, die sich gegenüber stehen: Die vielen politischen, ethnischen und religiösen Gruppierungen versuchen, ihren Vorteil aus der Situation zu ziehen. Qader und seine Polizeieinheit stehen vor der schier unlösbaren Aufgabe, zwischen all diesen Akteuren mit kontroversen Interessen Frieden zu stiften. Dieser Mission haben sie sich verschrieben und ihnen ist bewusst, dass sie mit ihrem Leben dafür bezahlen könnten.

Mittwoch, 11. Februar 2015

IS - DIE WIRTSCHAFTSMACHT DER GOTTESKRIEGER



Erdöl, Schutzgelder und Plünderungen - zahlreiche Geldquellen machen den Islamischen Staat (IS) zur bestfinanzierten Terrororganisation der Welt. "Thema" ergründet auf einer Reise von Bagdad bis zur syrisch-türkischen Grenze die Struktur der Organisation, die weit mehr ist als nur eine dschihadistische Gruppe.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 entdeckte die Welt Osama bin Laden und die Terrororganisation Al-Kaida. In Ton- und Videobotschaften riefen die Terroristen zum Dschihad auf und drohten dem Westen mit weiteren Angriffen. Der Gegenschlag der USA ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem Afghanistan-Krieg beschlossen die Vereinigten Staaten 2003, auch im Irak zu intervenieren. Über zehn Jahre später, im Juli 2014, trat mit Abu Bakr al-Bagdadi eine weitere Figur erstmals in die Öffentlichkeit, nachdem er sich selbst zum Kalifen eines neuen „Islamischen Staats im Irak und in der Levante“ (heute: Islamischer Staat – IS) ernannt hatte.

Laut westlicher Geheimdienste ist der IS die reichste Terrororganisation der Welt. Ihr Einkommen – die Summe aus Kriegssteuern, Lösegeldern und natürlich Erdöl – lässt sich mit dem Bruttonationaleinkommen eines Staates wie Liberia vergleichen. Wie ist diese Organisation entstanden, was ist ihr Wirtschaftsmodell? Die blitzartige Eroberung des Nordirak und seiner Erdölvorräte stärkte den IS. Wird er sein Gebiet weiter vergrößern können, und bedeutet dies das Ende der neokolonialen Grenzverläufe? Wie kann ein Gebilde bekämpft werden, das nicht mehr von Fremdfinanzierung abhängig ist? 

Jérôme Fritel und Stéphane Villeneuve haben einen Monat im Irak verbracht, um den Finanzierungsmechanismen und den Wurzeln dieser Terrororganisation nachzuspüren, welche die geopolitische Gemengelage in der Region völlig auf den Kopf stellt. Aus Sicherheitsgründen ist das Filmteam nicht in das vom IS kontrollierte Gebiet vorgedrungen. In der Art eines Roadmovies führt die Ermittlung an die verschiedenen Grenzen auf irakischer, kurdischer und türkischer Seite sowie nach Bagdad, wo alles begann.