Mittwoch, 19. November 2014

DIE ANSTALT - 18. NOVEMBER 2014




Die Polit-Satire mit Max Uthoff und Claus von Wagner - sowie diesmal mit Jürgen Becker, Marc-Uwe Kling und Nessi Tausendschön.

Dienstag, 18. November 2014

ZURÜCK INS LEBEN - WIE MEDIZINER DEN TOD ÜBERLISTEN



Es gibt eine Grauzone zwischen Leben und Tod. Neueste medizinische Erkenntnisse zeigen, dass der Grat dazwischen nicht so schmal ist, wie bislang geglaubt. Früher galt der Mensch als tot, wenn das Herz nicht mehr schlug und die Atmung stillstand. Heute, in Zeiten der Herz-Lungen-Maschine, definiert der Hirntod das Ende einer menschlichen Existenz.

Das weckt die uralte Angst des Menschen, fälschlicherweise zu früh für tot erklärt zu werden. Der Neurologe Hermann Deutschmann hat 230 Protokolle von Hirntod-Diagnosen ausgewertet und festgestellt: 30 Prozent der Totgeglaubten waren noch gar nicht hirntot. In Mainz wird an der Hirntod-Diagnostik geforscht. Apparative Zusatzverfahren sollen die Diagnose erheblich beschleunigen und zusätzliche Sicherheit geben.

Der Tod nicht als fixer Zeitpunkt, sondern als umkehrbarer Prozess - was bedeutet dies für den Umgang mit Sterbenden, mit "todkranken" Menschen? Wann gibt es keine Hoffnung mehr auf eine Rückkehr ins Leben? Außerdem wird erläutert, wie sich der Todesbegriff über die Zeit gewandelt hat.

Montag, 17. November 2014

HEIL DICH SELBST!




Über den Einsatz der Psychoneuroimmunologie
"Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper", sagten bereits die alten Römer - und hatten Recht. Mit Hilfe der relativ jungen Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie konnte erstmals nachgewiesen werden, dass akute psychische Belastungen die Immunfunktion im Körper beeinträchtigen und im Extremfall sogar zu schweren Erkrankungen führen können.

Phänomene der Selbstheilung, individuelle Zerstörung eines Krebs-Tumors mittels Visualisierung, Gesundung nach Zwiegesprächen mit Gott u.s.w. lassen sich nun teilweise durch psychoneuroimmunologische Untersuchungen wissenschaftlich erklären.

Freitag, 14. November 2014

WIE WIR STERBEN - ÜBER DAS ENDE DES LEBENS



Warum sterben wir? Wie fühlt sich Sterben an? Ist es überhaupt möglich, den Vorgang als Außenstehender mit einiger Gewissheit zu beschreiben? Eine Auseinandersetzung mit einem Thema, das vielfach tabuisiert wird.

Der menschliche Organismus ist so beschaffen, dass die Körperzellen nach einer bestimmten Anzahl von Lebensjahren einem eingebauten "Selbstmordprogramm" folgen - und sterben. Biologen und Evolutionsforscher fragen nun, warum das geschieht, denn es gibt Lebewesen, denen potentiell das ewige Leben beschieden ist. So können Einzeller wie das Pantoffeltierchen unendlich lange leben, weil sie sich immer wieder teilen und Schwämme werden immerhin mehr als 10.000 Jahre alt. Die moderne medizinisch-technische Definition vom Tod eines Menschen ist vergleichsweise banal: In der Regel beendet Sauerstoffmangel im Gehirn das Leben. Wenn die Nervenzellen nicht mehr ausreichend versorgt werden, ist kurz darauf keine elektrische Aktivität mehr messbar.

Mittwoch, 12. November 2014

DER PLACEBO-EFFEKT




Der Placebo-Effekt war in der Schulmedizin lange Zeit umstritten. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema zeigen, dass unser Gehirn über beinahe unglaubliche Kräfte verfügt, die pharmakologische Wirkung haben können. Der dadurch hervorgerufene Placebo-Effekt, und sei er noch so klein, wird inzwischen häufig auch als Behandlungsmethode in Betracht gezogen.

Der Placebo-Effekt war vor allem in der Schulmedizin lange Zeit umstritten. Ihm eine Heilung zuzuschreiben, lief auf die Behauptung hinaus, die Krankheit sei auf den Geist des Patienten und nicht auf seinen Körper zurückzuführen, dieser bilde sich seine Krankheit nur ein. Und wenn er sich sein Leiden eingeredet habe, könne er natürlich auch seine Genesung erfinden.
Nun hätten die großen Fortschritte der Medizin in den letzten Jahrzehnten den Placebo-Effekt schon längst als Mutmaßung oder Leichtgläubigkeit disqualifizieren müssen. Aber je innovativer die medizinischen Diagnosen und Behandlungsmethoden wurden, umso ernsthafter wurde auch der Placebo-Effekt als Therapiemöglichkeit in Betracht gezogen. Tatsächlich wurde inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen, dass er die physiologischen Abläufe in unserem Körper im Krankheitsfall beeinflusst und je nach Krankheitsbild und Behandlungsumständen in bis zu 90 Prozent der Fälle heilen kann.

Da der Placebo-Effekt an der Grenze zwischen Physiologie und Psychologie des Menschen wirkt, ermöglicht er die Erforschung der faszinierenden Verbindung zwischen Körper und Geist. Das bessere Verständnis dieser Zusammenhänge wird die moderne Medizin weiter vorantreiben. Die Dokumentation wirft ein völlig neues Licht auf die Selbstheilungskräfte des Menschen, indem sie klinische Studien und deren Ergebnisse vorstellt, die in Deutschland, Frankreich und Italien durchgeführt wurden.

SÜCHTIG NACH LIEBE




Der Dokumentarfilm erzählt ungewöhnliche, starke und oft tragische Geschichten, die den Zuschauer auf eine emotionale Tour de Force mitnehmen. Weil er zum einen Einblicke in das Seeleninnerste von Menschen gibt, die ihr Lebensglück noch immer suchen, und weil er uns zurückwirft auf die Betrachtung unserer eigenen Vorstellung davon, was Liebe wirklich ist und welchen Stellenwert sie in unserem Leben hat.

Christian ist Leadgitarrist in einer Heavy-Metal-Band und IT-Spezialist. Er hat einen IQ von über 146, lebt in Kalifornien mit seiner Mutter zusammen und hat eine Fernbeziehung. Sherry lebt in Ohio und ist nach Christians Worten seine Seelenverwandte. Die beiden telefonieren jeden Tag, manchmal über Stunden. Und angeblich gehen ihnen die Themen nicht aus. Christian redet sehr gern und sehr viel. Und so erfahren wir von ihm auch viel über seine Kindheit, seinen dominanten, tyrannischen Vater und sein unbändiges Verlangen, endlich als der akzeptiert und geliebt zu werden, der er ist.

Auch Tracy kämpft seit ihrer Kindheit gegen eine übermächtige Elternfigur: Die Mutter zog die anderen Geschwister immer dem schon damals übergewichtigen Mädchen vor. Tracy hat wie Christian mittlerweile selbst Kinder, für die sie sorgt. Sie hat einen verantwortungsvollen Job in der Bank und verdient gut. Doch wie Christian ist Tracy getrieben: getrieben vom unbändig starken Gefühl der Liebe, der sie verzweifelt hinterherjagt. Ziel ihrer Begierde: McKell. Er ist deutlich jünger als sie, arbeitslos und kriegt auch sonst nicht viel auf die Reihe. Doch Tracy weiß genau: Mit ihrer Liebe wird er es schaffen. Fast hat man den Eindruck, als wäre dieser verlorene junge Mann ihr Projekt. Wer genug geliebt wird, der schafft es schon. Doch die Liebesgeschichte von Tracy und McKell verläuft alles andere als ruhig und harmonisch.

Tracy und Christian sind die Hauptprotagonisten in der Dokumentation "Süchtig nach Liebe". Die dänische Regisseurin Pernille Rose Gronkjaer porträtiert sie mit viel Feingefühl und ohne falsche Empathie, ebenso wie die interessanten Nebenfiguren, die von anderen Facetten ihres Liebeswahns berichten. Auf einer fiktionalisierten Ebene erfährt der Zuschauer anhand der Geschichte von Eliza und Christopher den gesamten Ablauf einer typisch liebeswahnsinnigen Beziehung.

Montag, 10. November 2014

GO NORTH - GASTARBEITER MIT DIPLOM


Eine wachsende Zahl junger Akademiker aus dem Süden Europas sieht gegenwärtig ihre Zukunft jenseits der Alpen. Und immer mehr deutsche Unternehmen suchen dort nach Ärzten, Ingenieuren und IT- Spezialisten. Welche Erfahrungen machen die jungen Krisenflüchtlinge? Und was bedeutet die Abwanderung für die Heimatländer?

Das mazedonische Heimatdorf der jungen Ärztin Vivi liegt am Rande eines riesigen Braunkohlereviers. Viele haben den kargen staubigen Landstrich schon in den 60er und 70er Jahren verlassen. "Und wer weggeht, kommt selten zurück", weiß Vivis Großmutter. Auch Vivi wird bald in einer Kleinstadt an der deutsch-holländischen Grenze leben. Über eine Jobmesse in Thessaloniki kam sie in Kontakt mit ihrem künftigen Arbeitgeber, einem Psychiatrischen Landeskrankenhaus, das dringend Personal sucht. Dort wird die 24-Jährige ihre Facharztausbildung machen. In Griechenland müsste sie mindestens sechs Jahre warten.

"Ich bin auch nicht sicher, ob ich widerstehen könnte, wenn das richtige Angebot käme - aber was soll aus diesem Land werden, wenn wir Jungen alle auswandern?", fragt sich Christos. Er hat Ökonomie und Tourismus studiert und - wie so viele - keine bezahlte Arbeit mehr. Der 35-Jährige ist Abgeordneter im Stadtparlament von Thessaloniki und ehrenamtlicher Mitarbeiter von Reformbürgermeister Boutaris, der Anfang 2011 das Amt von seinem korrupten Vorgänger übernahm. Seitdem weht ein "wind of change" durch die zweitgrößte Stadt Griechenlands.

Weggehen oder dableiben? Nacho hatte gar keine Zeit, darüber intensiver nachzudenken. Schon bei seinen ersten Postings auf Jobbörsen im Internet wurde der Softwarespezialist aus Madrid mit attraktiven Angeboten überhäuft: Zürich, München, Berlin. Natürlich hat er sich für Berlin entschieden, das Mekka der jungen Krisenflüchtlinge. Die Community der aus Spanien eingewanderten "Berlunes" wächst stetig. Auch der junge Architekt Hernan aus Andalusien ist seit vier Wochen in Berlin auf Arbeitssuche. Abends besucht er einen Deutschkurs, zusammen mit vielen anderen exzellent ausgebildeten, zielstrebigen Jungakademikern aus ganz Südeuropa. Ihr Motto ist das aller Auswanderer: Nutze deine Chance!

Für Barbara ist Berlin seit ihrem Studium vertrautes Terrain. Ihre beiden Jobs als Musiklehrerin am Konservatorium in Thessaloniki und als Orchestermusikerin an der Athener Oper reichten plötzlich nicht mehr zum Überleben. Jetzt hat die 31-jährige Klarinettistin einen festen Arbeitsvertrag beim Polizeiorchester Berlin-Brandenburg und ist „unendlich dankbar für diese Chance, diese Sicherheit".

Zigtausende zieht es aus den südeuropäischen Krisenstaaten nach Berlin - doch die Chancen, Arbeit zu finden, sind in der Provinz wesentlich größer. Bauingenieur Francesc ist von Barcelona nach Tuttlingen gekommen, eine Kleinstadt am Rande des Schwarzwalds. Im Juni 2012 wurden zahlreiche Ingenieure aus allen Teilen Spaniens eingeladen in die ländliche Region, in der Mittelständler händeringend nach qualifizierten Arbeitskräften suchen.

Zwei Monate später: Ist Francesc dabei, in der deutschen Provinz heimisch zu werden? Hat er Freunde gefunden? Wie stark vermisst er das alte Leben in Barcelona? Wie geht es der jungen, griechischen Ärztin Vivi sechs Wochen nach ihrem Arbeitsbeginn im deutsch-niederländischen Grenzgebiet? Und welche Erfahrungen macht Bibi, eine junge Bulgarin aus Burgas am Schwarzen Meer, die in der bayerischen Provinz eine Lehre als Hotelfachfrau beginnt, weil sie sich ein Studium zu Hause nicht leisten kann?

Mittwoch, 5. November 2014

SCHLUSS MIT MADE IN CHINA - CHINAS BILLIGPRODUKTION VOR DEM AUS


Chinas Arbeiter mucken auf. Sie wollen mehr Rechte, mehr Geld, teilhaben am Aufschwung. Die Löhne steigen bereits zweistellig. Und die billige Werkbank der Welt steht heute längst woanders. Es musste eine Katastrophe passieren, erst dann bewegte sich etwas: 2010 stürzten sich 13 chinesische Arbeiter von einem Fabrikdach in die Tiefe. Ein kollektiver Selbstmord, um auf die unmenschlichen Zustände in den Fabriken des Technologiezulieferers Foxconn in China hinzuweisen. Löhne, die nicht fürs Nötigste reichten, Kontakt mit giftigen Stoffen, 72-Stunden-Woche, so lauten die Vorwürfe an das Unternehmen, das etwa Apple und Samsung beliefert. Nach dem Imageschaden hob das Unternehmen die Bezahlung kräftig an. Immer mehr Arbeiter wehren sich gegen die Ausbeutung als Billiglohn-Sklaven. Sie wollen vom Wirtschaftswunder profitieren, das sie mit ihren Händen geschaffen haben.

WACHSTUM, WAS NUN?

Montag, 3. November 2014

HUNGER! DURST!




Auf unserem Planeten müsste kein Kind verhungern oder verdursten, wenn wir alles richtig machen. Eine optimistische Vision, die Claus Kleber auf einer Reise zu den Brennpunkten des Hungers und der Wasserknappheit hinterfragt. Warum kommen so viele Lebensmittel nie bei den Hungernden an? Wie können wir dem Land und den Ozeanen noch mehr abgewinnen, ohne sie zu zerstören? Wer verhindert, dass Nahrung und Trinkwasser als Spekulationsobjekte an Börsen missbraucht oder als Machtinstrumente eingesetzt werden? Politik, Wirtschaft und Forschung sind gefordert, denn schon 2050 wird die Weltbevölkerung auf etwa zehn Milliarden angewachsen sein.

Bis vor wenigen Jahren schienen wir tatsächlich auf einem guten Weg. Die Zahl der Hungernden nahm ab. Doch seit 2008 wächst die Weltbevölkerung dreimal schneller als die Agrarproduktion. Kann Gentechnik da ernsthaft eine Lösung sein? Muss Afrika zu einer Mega-Plantage werden, dirigiert von neuen Kolonialmächten? Oder reicht es schon, das Vorhandene besser zu verteilen? Große Teile der Ernten fallen Misswirtschaft und Verschwendung zum Opfer. Veränderte Lebensgewohnheiten in Boom-Ländern wie China sorgen dafür, dass immer mehr ressourcenintensives Fleisch produziert wird. Gleichzeitig zeigt China eindrucksvoll, wie man politisch zentral gesteuert gegen Wassermangel und das Vordringen der Wüsten kämpft. Probleme, unter denen selbst die reichen USA leiden.

Von Afrika bis Australien begegnet Claus Kleber Menschen, die etwas über Hunger und Durst zu erzählen haben, als Betroffene, als Handelnde oder als Visionäre. Und er blickt in die Augen von Kindern, deren Leben oft schon mit ein paar Cent oder einer cleveren Idee zu retten ist.